Apr 10

Woche 3 der AFL: Schlägt der Blitz ein?

Die Woche drei bietet die erste EFL Partie auf heimischen Boden und zwei Spiele mit vermeintlich klaren Favoriten. Das Wetter soll deutlich kühler und zudem unbeständig sein. Im Donauraum wird starker Wind prognostiziert. Spielabsagen wird es nach derzeitigem Stand aber in keinem Fall geben (Happylandfreiheit sei Dank!), außer es besteht Blitzgefahr wegen eines Gewitters. Daher geht unsere Empfehlung eindeutig zu warmer Kleidung und Thermoskanne.

Turek Graz Giants vs Flash Paris

Eggenberg, 14:00

Die Ausgangssituation ist klar. Die Giants haben das Hinspiel in Paris in letzter Sekunde mit 14:12 verloren. Die Verhältnisse in Paris waren schlecht und man musste mit starkem Regen und Kälte umgehen. Sicher kein Wetter für die sehr passlastige Offense der Giants. Insoferne war das Hinspiel sicher kein Gradmesser für das Potential der Giants.

Den Giants ist es jedenfalls zuzutrauen, dass sie den Vorsprung von Flash wettmachen können. Man ist derzeit gut in Fahrt und, kann man auf Schlüsselpositionen gesund bleiben, ist auch ein deutlicherer Sieg in Reichweite. Paris ist aber kein leichter Gegner und man muss sich hüten in der “Die AFL ist die stärkste Liga in Europa”-Euphorie, das Fell bereits zu verteilen bevor der Gegner noch geschlagen ist.

Flash beschwört auf seiner Webseite die großen Siege der Vergangenheit wie gegen Helsinki, Bergamo oder Innsbruck. Nachdem die Giants die Vikings geschlagen haben, sieht man sich hier in der Rolle des Underdogs und wird entsprechend motiviert nach Graz fahren. Das Webradio von Flash wird ebenfalls aus Graz senden.Webradio Radiossa

Flash ist aber jedenfalls eine virtuelle Gefahr…

Danube Dragons vs Raiffeisen Vikings

Rattenfänger Stadion, 18:00

Auf dem Papier ist die Sache klar. Die Vikings haben in Ostösterreich seit Jahrzehnten die Vorherrschaft. Ein einziger Sieg gelang den Dragons (damals noch Mercenaries) gegen die Vikings. Davor und danach war es zwar manchmal sehr knapp, aber die Wiener hatten das bessere Ende immer für sich.

Die Dragons beziehen mit diesem Spiel ihre neue Heimstätte in Korneuburg. Der Name alleine lässt eigentlich wenig positive Assoziationen zu. Das Rattenfänger Stadion soll aber ein Schmuckstück sein, wenngleich die Kapazität beschränkt ist. Wer sitzen möchte sollte rechtzeitig vor Ort sein.

Die Vikings sind sicher der Gegner, auf den die Dragons seit Jahren hinarbeiten. Siege gegen Raiders oder Giants wären auch erstrebenswert, aber das Ost-Derby ist da eine Klasse für sich. In den Reihen der Dragons stehen zudem einige ehemalige Spieler der Vikings, die ihrem alten Klub gerne einmal zeigen wollen, wo der Hammer hängt. Man verfügt über ein sehr gut arbeitendes Kollektiv, das ohne große Stars einfach seine Arbeit macht. Bei aller Unauffälligkeit des Teams an sich, sind Raiers und Giants letztes Jahr nur mit viel Glück einer Niederlage entkommen. Tom Marsan ist wieder gesund und so sieht es aus, als würden die Dragons in Bestbesetzung antreten.

Ganz anders ist die Situation bei den Vikings. Hier sind einige schmerzhafte Ausfälle zu verzeichnen. Clinton Graham, Roman Floredo und Johannes Wimmer sind fix nicht dabei, bei Stephone Robinson ist ein Einsatz ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Zwar haben die Vikings eine hohe Personaldichte, aber diese Ausfälle von Schlüsselspielern haben sicher Auswirkungen auf die Spielstärke des Teams. Aber hier gilt sicher auch, dass angeschlagene Teams oft mehr Herz entwickeln und damit letztlich gefährlicher werden.

Favorit bleiben unter dem Strich die Vikings, da sie über die variabelste Spielanlage verfügen. Man kann die Ausfälle sicher nicht leicht kompensieren, aber mit Luke Atwood steht ein Spielmacher am Feld, dem man zutrauen kann, dass er auch dieser Situation das Maximum herausholt. Die Partie kann aber knapp werden und sollte

Swarco Raiders vs. Cineplexx Blue Devils

Tivoli Neu, 15.00

Das West-Derby steht unter keinem guten Stern für die Devils. Die Ausschluß-Orgie der letzten Woche bewirkt den Aufsfall von Leroy Auguste und hängt ein Damoklesschwert einer bedingten Sperre von drei Spielen über Charles Drake. Bei Sichtung der Videos aus diesem Spiel muss man zwar zugeben, dass einige Entscheidungen Referees durchaus knapp, aber - soweit man es auf dem Video erkennen konnte -grundsätzlich nicht falsch waren. Die Partie haben letztlich nicht die Referees, sondern Fehler der Devils gekostet. Die Devils sind ein heißes Team, das sehr emotional ist. Für die Coaches gilt es diese Emotionen zu kanalisieren und auf das eigentliche Ziel- Das gewinnen von Football-Spielen - zu fokusieren. Ansonsten verzettelt man sich.

Die Devils brauchen nach der Niederlage gegen die Dragons einen sieg gegen einen der “großen Drei” -Vikings, Raiders, Giants - damit sie sich den 4. Platz in de Meisterschaft sichern können. Sie werden dafür jedes Risiko eingehen und insbesondere das Gespann Carl Bonnell (QB) und Christian Steffani (WR) ist jederzeit für explosive Plays gut.

Die Raiders sind Licht und Schatten. Viel hängt an Florian Grein, der eine unglaubliche Saison hat. Marco Glavic, der dem Idealbild eines Quarterbacks so nahe ist, wie kein anderer Spielmacher der Liga, scheint noch nicht richtig in Fahrt gekommen zu sein. Hat er einen schlechten Tag, dann stottert die Offense wie im Spiel gegen die Dragons schon einmal eine Spielhälfte lang. Die Niederlage gegen die Vikings liegt den Raiders sicher noch im Magen und wie üblich wird man nach einer Niederlage eine Woche besonders intensiv an sich gearbeitet haben.

Somit ist auch hier davon auszugehen, dass die Raiders letztlich die Oberhand behalten. Die Devils werden eine allfällige Schwäche aber sicher gnadenlos ausnützen. Das Potential ist da, nur die Umsetzung ist bisher einfach nicht ausreichend.

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