Dieses Wochenende kommt es zur Entscheidung der Teilnehmer für die Austrian Bowl. In den vergangenen Jahren oft eine klare Angelegenheit, heuer aber ein potentieller Thriller in zwei Akten. Aber alles der Reihe nach.
Danube Dragons (#2) vs Turek Graz Giants (#3)
Korneuburg, Rattenfänger Stadion 18:00
Dieses Spiel gab es erst unlängst und konnte damals knapp von den Dragons gewonnen werden (41:34). Der Sieg damals war trotz der Tatsache, dass die Giants ein Drittel mehr Yards erzielt haben, als die Dragons. Mit 150yds Strafen hat man den Sieg selbst vergeigt. Das hatte weniger mit dem mittlerweile wieder durch Chris Gunn ersetzten Thomas Ricks zu tun, als mit Disziplin.
Konzentration ist auf Seiten der Giants gefragt, dann wird man ihnen den Sieg nur schwer entreißen können. Allerdings scheinen gerade die Dragons hier ein Gegner zu sein, bei dem man sich leicht ablenken lässt.
Die Dragons haben ihre eigenen Sorgen. Man hat Roldan Leyba – der bisherige Defense Coordinator – gegen Markus Fellinger ausgetauscht und hofft so die nicht immer überzeugende Defense der Drachen auf stärkere Beine zu stellen. Zusätzlich sind Haider, Klimann und Lojka fraglich. Wer aber glaubt, dass Ivan Zivko mit dem Halbfinaleinzug zufrieden ist, kennt diesen Mann nicht. Selbst wenn er im Interview vor dem Spiel erklären wird, dass alle Saisonziele erreicht oder sogar übererfüllt wurden, wartet er auf die Chance die Giants zu knacken. Die Raiders haben ja vorgezeigt, wie man die Giants schlagen kann. Geduldig klein klein spielen und im entscheidenden Moment den langen Pass, das explosive Play suchen. Das bedeutet einerseits sehr hohes Risiko, aber andererseits spielt man in einem Playoff, für das nur eines zählt: Der Sieg.
Dragons Media bietet hier eine Liveübertragung an. Der Besuch im Stadion ist aber allen Fans zu empfehlen. Die Tribühne ist überdacht und bietet auch bei schlechtem Wetter alle Annehmlichkeiten.
Swarco Raiders (#1) vs. Raiffeisen Vikings (#4)
Wattens, Alpenstadion 17:00
Die Raiders treffen auf ihren langjährigen Lieblings-/Angstgegner, die Raiffeisen Vikings. Zwar konnte man den violetten Mannen schon manche schmerzhafte Niederlage zufügen, aber Raiders-Kenner führen auch die einzige heurige Niederlage auf das erstarren des Nagetiers vor der Schlange zurück. Für die Raiders läuft aber heuer alles wie am Schnürchen und ihnen ist durchaus das Double aus Austrian Bowl und Euro Bowl zuzutrauen.
Die Vikings auf der anderen Seite sind heuer genau das Gegenteil. Man ist zuwenig Team und neben einer endlosen Verletzungsserie sind es insbesondere die “alten” Hasen, die heuer nicht richtig in Form kommen. Insbesondere in der Defense ist man weit entfernt von den letzten Jahren. Man hat heuer bereits drei Spiele verloren und beendet den Grunddurchgang an vierter Stelle. Trotzdem hat man alle Türen offen gehalten und könnte theoretisch noch alles gewinnen. Dafür wäre aber eine deutliche Steigerung notwendig, die angesichts des möglichen Ausfalles des angeschlagenen Clinton Graham und einem beherzt spielenden, aber trotzdem limitierten Philipp Jobstmann nicht einfach umzusetzen sein wird. Ein Sieg der Violetten ist unwahrscheinlich, aber weit entfernt von unmöglich. Ein echter Champion ist immer dann gut, wenn es darauf ankommt.
Für alle zuhause gebliebenen Fans gibt es die gewohnt gute Coverage auf der Homepage der Raiders inklusive Live-Stream.