May 12 2008
Österreich gegen Europa 4:2
Dieses Wochenende standen bei allen AFL Teams die europäischen Bewerbe an. In der EFL, dem höchsten europäischen Clubbewerb, standen die Viertelfinali am Programm. Im EFAF Cup, dem Bewerb für alle europäischen Teams, die nicht für die EFL qualifiziert sind, ging es um den Aufstieg aus der Gruppenphase in das Halbfinale des Bewerbs. Positiver Nebeneffekt der Erfolge in der EFL ist, dass alle drei Teilnehmer im kommenden Jahr im Viertelfinale fix gesetzt sind. Neugierig sind wir auch auf das neue europäische Ranking, in dem eigentlich die Plätze 1-3 von österreichischen Teams besetzt sein sollten, haben die Giants mit ihrem Sieg gegen Stuttgart (#4), und Eidsvoll (#3) mit ihrer Niederlage gegen die Crocodiles (#14) die Plätze 3 und 4 eigentlich verspielt. Vikings und Raiders werden die beiden ersten Plätze nach ihren Siegen wohl doch behalten.
Swarco Raiders vs. Cassidy Jets 49:20
Alpenstadion, Wattens, 2000 Zuschauer
Die Jets, zuvor belächelter britischer Teilnehmer der EFL, dessen Qualifikation mit Überraschung aufgenommen wurde, liefert den Raiders über lange Strecken des Spieles einen harten Kampf. Den Raiders gelingt es zunächst nicht sich entscheidend abzusetzen. Zur Halbzeit ist die Führung der Raiders mit 22:14 alles andere als komfortabel.
Nach der Halbzeit kippt das Spiel dann aber und die Raiders können insbesondere dank eines überragend spielenden Florian Grein (101yds Rushing plus 61yds Receiving) dann doch noch einen eindeutigen Sieg erzielen. Auf Seiten der Raiders scoren insgesamt fünf verschiedene Spieler, was wieder einmal die die Anzahl an Offensivmöglichkeiten der Raiders aufzeigt.
Nächster Gegner in der EFL sind die Turek Graz Giants.
Raiffeisen Vikings vs. Bergamo Lions 51:32
Hohe Warte, Wien, 2500 Zuschauer
Die Lions sind einer der Lieblingsgegner der Vikings. Bevor die Vikings ihren beispiellosen Siegeszug durch Europa angetreten haben, hatte Bergamo die Rolle des “unbezwingbaren” Teams, das letztlich in einem hochdramatischen Spiel auf der Hohen Warte entthront wurde.
Diese Lions waren zunächst der Wunschgegner, nach dem Ausfall von Luke Atwood und ohne die Möglichkeit seinen Ersatzmann Steve Levy einzusetzen, wurde daraus aber dann schnell ein Alptraum. Die sonst erfolgsverwöhnten Vikings mussten damit rechnen im Viertelfinale auszuscheiden.
Philipp Jobstmann, österreichischer Nationalteam Quarterback, musste Luke Atwood ersetzten. Ein einheimischer Quarterback als starting QB im Eurobowl Playoff ist bisher einzigartig.
P. Jobstmann lässt sich von derartigen Zweifeln aber nicht beeindrucken und spielt ein nahezu fehlerfreies Spiel. Die Vikings laufen zwar zu Beginn überdurchschnittlich viel, die dadurch aufrückende Defense bietet Jobstmann aber die Möglichkeit auch über den Pass erfolgreich zu sein. 14 von 19 Passes complete, keine Interception bei 162 yds Raumgewinn und 2 Touchdowns ist eine Statistik, die sich sehen lassen kann. Selbst Christoph Gross, aufrückender Nachwuchsquarterback, kann noch einen 65yds Pass auf Shawn Leever kompletieren. Clinton Graham erläuft 130yds und 4 Touchdowns und Florian Hieß macht mit 67yds einige sehr wichtige First Downs.
Bergamo kann den Vikings in der ersten Hälfte nichts entgegensetzen. Zu statisch ist ihr Spiel und eine konzentrierte Defense der Vikings lässt in der ersten Halbzeit nur einen TD der Lions zu. Der Spielstand von 35:07 ist selbst für die größten Optimisten in den Reihen der Vikings überraschend.
Nach dem Halbzeitstand ist die Partie eigentlich bereits gelaufen, die Lions betreiben aber noch konsequente Ergebnisverschönerung und RB Anthony Stallings zeigt noch einige schöne Läufe. Der Endstand von 51:32 geht somit in Ordnung.
Nächster Gegner sind die Seinäjoki Crocodiles, die Eidsvoll auswärts schlagen konnten. Das finische Team darf nicht unterschätzt werden, ist aber wahrscheinlich schlagbar. Die Vikings haben sich um die Austragung des Halbfinales beworben und können dabei auch auf Fernsehberichterstattung in AFL Crush verweisen. Wir hoffen daher, dass die Vergabe an Wien erfolgt.
Stuttgart Scorpions vs. Turek Graz Giants 9:24
Gazi Stadion, Stuttgart, 1130 Zuschauer
Die Giants mussten auswärts in Stuttgart gegen den führenden der Division Süd der GFL antreten. Bei guter Stimmung auf den Rängen waren die Defense Formationen beider Teams der Schlüssel zum Erfolg. Das Spiel beginnt für die Giants nach Maß, als Benjamin Pansy im dritten Spielzug einen Pass der Scorpions intercepten und zu einem Touchdown retournieren kann. Das Spiel wogt hin und her, einem Fumble der Scorpins folgt eine Interception eines Giants Passes. Mark Biedenkamp kann zu Beginn des zweiten Viertels auf 10:0 erhöhen, womit auch der Pausenstand fixiert ist.
Die zweite Halbzeit beginnt nach großem Raumgewinn von Christian Kranz mit einem Fumble am Ende des Spielzugs. Die Scorpions arbeiten sich über das ganze Feld und erzielen ein Fieldgoal. Anfang des vierten Viertels kann Thomas Ricks den ersten TD einer Offense-Formation in diesem Spiel erzielen. Die Scorpions antworten im Gegenzug mit einem langen Drive an dessen Ende ein Fumble, das von Samuel Carter über 78 yds zu einem TD für die Giants zurückgetragen wird. Die Scorpins können dann noch einen TD erzielen, der aber am Ergebnis des Spiels nur mehr kosmetische Änderungen bedeutet.
Im Spiel hat sich Thomas Ricks möglicherweise am Knie verletzt. Wie schwer diese Verletzugn ist und ob Chris Gunn bereits wieder fit genug ist um das Steuer wieder in die Hand zu nehmen, werden die nächsten Tage zeigen. Die Giants treffen im Halbfinale auf Innsbruck, wer dabei Heimrecht hat wird die EFAF noch entscheiden.
Bern Grizzlies vs. Cineplexxx Blue Devils
Bern
Nach dem 38:0 im Hinspiel ist die Entscheidung praktisch schon gefallen. Somit war das Rückspiel fast nur mehr eine Formsache. Auch oder gerade diese Spiele muss man spielen und gewinnen. Einer lustlosen Vorstellung in der ersten Halbzeit entspringt eine 14:0 Führung. Nach einer Standpauke in der Pause rafft sich das Team dann auf und der gesamte Kader kann eingesetzt werden. Der Endstand von 28:0 bringt die Devils als einzigen Vertreter in ein Semifinale des EFAF-Cups. Dort trifft man auf die Parma Panthers, die ein starker aber nicht unbezwingbarer Gegner sind.
Parma Panthers vs. Carinthian Black Lions
Parma, 1500 Zuschauer
Die Lions und Parma befinden sich spielerisch auf Augenhöhe und so entspinnt sich die wahrscheinlich spannendste und knappeste Partie des Wochenendes. Der Halbzeitstand von 21:12 spiegelt das auch wieder. In der zweiten Halbzeit erweisen sich die Lions als nicht kaltschnäuzig genug und lassen sich durch einige Calls der Referees aus dem Konzept bringen. Neben einem Ausschluß kosten Strafen auch noch wertvolle Yards und so gewinnen die Panthers mit einem TD knapp vor Spielende mit 42:35.
Auf ihrer Webseite sehen die Lions das Positive in dieser Niederlage und wollen für die Zukunft lernen. Wir hoffen, dass die Größe in dieser bitteren Niederlage irgendwann auch in zählbare Erfolged umgewandelt werden kann.
Prague Panthers vs. Danube Dragons 55:19
Prag, 400 Zuschauer
Dieses Ergebnis ist in seiner Deutlichkeit nicht zu erwarten gewesen. Prag ist als physisch starkes Team bekannt und hat diesen Umstand auch von Anfang an eingesetzt. Dort wo die Dragons in der AFL mit unglaublichem Einsatz gekämpft und gewonnen haben, haben sie gegen Prag verloren. In Kombination mit einem QB plus RB plus DB-Brüderpaar, das das Spiel ihres Lebens spielt, geriet man schnell in Rückstand und konnte diesen nicht nur nicht mehr aufholen, sondern das Team Team zerfiel zusehends.
Die Dragons konnten ihrer Favoritenrolle letztlich nicht gerecht werden und scheiden im EFAF-Cup bereits in der Gruppenphase aus.
Der Gegner für den Sieger aus der Begegnung von Hohenems und Parma wird im Spiel zwischen Prag und Berlin ermittelt.







